Hydrogeologische Untersuchungen im Bereich der Raffinerie Schwechat

Auf einer etwa 1,4 km² großen Fläche östlich von Schwechat wird seit 1938 die Raffinerie Schwechat betrieben. Vermutlich durch langjährige Verluste aus Rohrleitungen und Tanks sowie Schäden durch massive Bombardierungen während des 2. Weltkriegs kam es zu massiven Verunreinigungen des Untergrundes. Der Grundwasserspiegel liegt im Bereich des Altstandortes etwa 8 bis 9 m unter Gelände und weist Schwankungen bis zu 2,5 m auf. Die Grundwasserströmung ist großräumig nach Nordosten gerichtet und wird im Bereich des Altstandortes von den schwankenden Wasserständen der Oberflächengewässer Schwechat und Donau sowie von lokalen Grundwassernutzungen beeinflusst. Im Umfeld der Raffinerie existieren zahlreiche Brunnen verschiedener Betriebe und öffentlicher Wasserversorgungsanlagen mit großen Grundwasserentnahmemengen.
 

Luftaufnahme der Bombardements 1944
Seit 1987 werden von der GRUPPE WASSER® geplante und betreute hydraulische Sicherungsmaßnahmen in der Raffinerie durchgeführt. Im Wesentlichen wird durch Grundwasserentnahmen ein Abströmen kontaminierten Grundwassers durch die hydraulische Sperrwirkung verhindert sowie aufschwimmende Phase durch Skimmereinrichtungen abgeschöpft. Dazu sind innerhalb der Raffinerie Schwechat insgesamt sechs kombinierte Sicherungs- und Sanierungsbrunnen in Betrieb, das entnommene Wasser ? bis zu 150 l/s - wird nach Aufbereitungsmaßnahmen als Brauchwasser weiterverwendet. Die über die Skimmereinrichtung entnommene Produktphase wird wieder dem den Raffinerieprozess zugeführt.
 

Errichtung Sicherungs-/ Sanierungsbrunnen
Der Erfolg der Maßnahmen wird durch monatlich durchgeführte Grundwassersimultanmessungen an ca 190 Grundwassermessstellen dokumentiert. Mittels der durchgeführten qualitativen und quantitativen Grundwasserbeweissicherung wurde nachgewiesen, dass im Abstrom der Raffinerie Schwechat keine Verunreinigung durch gelöste Kohlenwasserstoffe gegeben ist. Durch eine Verdichtung des Messstellennetzes im Jahr 2005 und viermaliger großräumiger Grundwasseruntersuchungen wurde bestätigt, dass die hydraulischen Sicherungsmaßnahmen wirksam sind und keine Ausbreitung gelöster Kohlenwasserstoffe im Grundwasserabstrombereich stattfindet. Von dem vom UMWELTBUNDESAMT als gesicherte Altlast ausgewiesenen Standort gehen keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Grundwasser mehr aus.
 

Isolinienplan des Sicherungsbetriebs

Grundwasserprobe am Raffineriezaun
 

 

Projektdaten

Projektleiter:    Ing. Christian Haunold
Bearbeitungszeitraum:    1987 - dato
Auftraggeber:    OMV AG

 

Projektmitarbeiter

 

 
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